Gelübde der Keuschheit

Die umfassendste Erklärung für das Wesen und die Bedeutung des Gelübdes der Keuschheit habe ich bei Valentin Tomberg gefunden: "Man ist nur keusch, wenn man mit der Ganzheit seines Wesens liebt."

Keuschheit hat nicht alleine mit sexueller Keuschheit zu tun. Es betrifft alle Lebensgebiete des Menschen mit Leib, Seele und Geist. Der Satz von Tomberg will sagen: alle Dinge und Geschöpfe der Welt sind Geschöpfe des VaterGottes. Wenn ich ein jedes Ding oder ein Geschöpf nur in einem Teilaspekt liebe, achte oder verstehe, dann werde ich unkeusch. Vielmehr ist es unsere freie Möglichkeit, jedes Ding oder Geschöpf, alle Wesen mit unserem ganzen Wesen zu lieben, dann lebe ich nach dem Gelübde der Keuschheit. Vollkommen ist kein Mensch, aber danach streben kann und soll er.

Es kann eine jungfräuliche Nonne oder ein im Zölibat lebender Priester unkeusch sein, während ein liebendes Ehepaar, das sich mit der Ganzheit seines Wesens liebt, auch körperlich, in Keuschheit lebt.

Eine Nonne oder ein Priester, der irgendwelche Dinge hasst oder geringschätzt, d.h. nicht vollständig liebt, ist unkeusch. Um nur einige Beispiele zu nennen.

siehe dazu: Valentin Tomberg: "Meditationen über die Großen Arcana des Taro". Verlag Anton Hain 1972

 

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